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Kritik Schwäbische Zeitung Dieterskirch 23.10.2017

 

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Diesel-Liesel-und-taetowierte-Fischstaebchen-_arid,10757487_toid,589.html

 

Dieterskirch sz Hätte man es nicht selbst erlebt, man könnte es kaum glauben, welch komödiantisch-kabarettistisches Talent in Oberschwaben zuhause ist. Die „Hauptkerle“, bestehend aus Jörg Weggenmann und Werner Zell aus Mittelbiberach, waren bei den Sportfreunden Bussen in Dieterskirch zu Gast. Beim Weinfest, das dieses Jahr schon zum 41. Mal über die Bühne ging, gibt es jeweils am Samstagabend ein besonderes Highlight und das waren in diesem Jahr zum wiederholten Mal die „Hauptkerle“. In Dieterskirch kennt man die Beiden bereits und so war es auch kaum verwunderlich, dass manche schon vorauseilend lachten, noch bevor die Herren überhaupt die Bühne betreten hatten.

 

Jörg Weggenmann und Werner Zell waren schon bei den legendären „Vier von der Schwankstelle“ aktiv und beglücken nun seit einigen Jahren als „Hauptkerle“ nicht nur ihr oberschwäbisches Publikum. Sehr facettenreich toben sie durch die schwäbische Mundart und nehmen alles aufs Korn, was dem Durchschnittsschwaben geläufig ist. Der Zuschauer findet sich in fast jeder Nummer wieder und kann herzhaft auch über sich selbst lachen. Die Professionalität der Protagonisten zeigt sich auch in der Spontanität, dem Improvisationstalent, der Mimik, dem Gestenreichtum und dem Wortwitz, mit dem sie ihre Zuschauer immer wieder zu Lachsalven und Beifallsstürmen hinreißen.

 

 

Ob mit ihrer Power-Point-Präsentation ohne Beamer, die sie gekonnt und witzig mit Kärtchen durchziehen, oder als Sanitärinstallateur, der im Januar nie ein Klo richtet, da dieses gerade in diesem Monat am häufigsten benutzt wird – sie haben die Lacher auf ihrer Seite. Zum Opernbesuch in herrlicher Verkleidung kommen sie spät, was die Dame in Person Weggenmanns damit entschuldigt, dass sie sich noch richten musste. Zell kontert: „Warum hosch de noch it fetig gmacht?“ Das Publikum brüllt vor Lachen.

 

 

Ebenso, wenn Zell erzählt, dass er regelmäßig von anderen Autofahrern eingeparkt wird und es gar nicht lustig findet, wenn er durchs Schiebedach einsteigen muss – er möchte halt auch nicht jedes Mal mit dem Schlüssel Kratzer in den Lack machen.

 

 

Aktualität erhält der Schwank, bei dem Zell sich über seinen Nachbarn auslässt, der regelmäßig um die Mittagszeit seine Kettensäge anschmeißt und dem er dafür einen „hunderter Nagel“ ins Holz einschlägt, dass die Funken sprühen und sogar die Solaranlage abfackelt; oder, indem er erklärt, dass er dem ungeliebten Maisbauern genau in der Mitte des Ackers einen Eisenstab an den Maisstängel bindet, da in der Mitte zuletzt gemäht wird.

 

 

Beim Auftritt an der Tankstelle, an der nur noch die Dieselsäule funktioniert und wo die „Diesel-Liesel“ die Buchhaltung macht, kommt Zell vollends in Fahrt. Da erklärt sein treuer Gehilfe Ali alias Jörg Weggenmann in herrlicher verrückter Perücke, dass er kündigen wolle. Ali möchte Busfahrer bei seinem Neffen werden, aber nicht Reisebus, Schülerbus, Linienbus oder Flixbus, nein Schleuserbus will er fahren von und nach Weißrussland – Zell rastet aus, das Publikum fällt vor Lachen fast von den Stühlen.

 

Biberzähne für das Publikum

 

Beinahe drei Stunden jagt so eine Pointe die andere, nichts wird ausgelassen, sei es die Szene im „Brutto-Markt“, wo es Bananen nur außerhalb der Spargelzeit gibt, oder als sich Weggenmann als der Freund von Zells Tochter Bärbel outet. Beim Verteilen von Biberzähnen an das Publikum, dem tätowierten Strichcode für Fischstäbchen, der Alkoholfahrt des Polizeichefs oder dem Liedle, das ein Schlager hätte werden sollen – das Publikum kringelt sich vor Lachen.

 

 

Was Wunder, dass eine Zugabe auf die andere folgt und keiner, weder Zuschauer noch Darsteller, genug bekommen können. Für einen guten Zweck werden zum Schluss noch CDs – die letzten 24 Stück – gegen eine großzügige Spende abgegeben. Die „Hauptkerle“ sind echt klasse, die Dieterskircher wissen das schon und der Rest von Oberschwaben sollte sich die Beiden bei Gelegenheit nicht entgehen lassen.

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Dietmanns sz Es ist ein gut eingeführter Brauch, dass die Menschen vor dem Konsum ungeübter Mittel gewarnt werden („Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“). Wer sich zu Wanni und Wegges (Werner Zell und Jörg Weggenmann) und ihrem Programm „Hendra 4“ begibt, sollte wissen, dass er absolute Dialektfestigkeit mitbringen muss, überdurchschnittliche Zwerchfellbelastbarkeit zudem und ein Humorverständnis aus der Vor-„me-too“-Zimperlichkeitszeit. Und Heimatgefühl auch. Schon die Einleitung, dass es bei diesem Programm kein Konzept gebe und keinen Beamer auch nicht und auch keine Nackete („Mir hend morga a Leich und doch brauchat mir alle Bratwürscht“) versteht nur, wer hierzulande aufgewachsen ist und weiß, dass ein Begräbnis ohne Bratwürste (Nackete) und Kartoffelsalat nur eine halbgare Sach ist. „Hendra 4“ ist eine ganz und komplett gare Sach. Bei dem Sketch, als es klingelt und der erboste Ehemann seine saumselige Gattin anherrscht: „Hilde, s’hot gschellat! I han it gheirat, dass ich selber d’Tür aufmach“, können allerdings Feministen nur eher mühsam lachen.

 

Das Publikum im pickepackevollen „Adler“-Saal lachte sich bunt und scheckig. Auch bei Auslassungen des Mittelbiberacher Duos über die Brauhauserzeugnisse im nahen Rot, die den Erfordernissen der Eingeborenen angeblich nur unvollkommen gerecht werden. „Zehn, zwölf Halbe han i gsoffa, aber do kriagsch koin Rausch zsamma von dera Brüh.“ Was allerdings nur solange Gültigkeit hat, bis der mehr oder weniger stille Zecher die Wirtshausatmosphäre mit der frischen Luft vertauscht, weil „des dann so ist, als wenn Dir oiner fünf Latta in d’Gosch neihaut.- Aber i sag do nix.“

 

 

„I sag do nix“ ist der running Gag dieses Auftritts und sagt alles aus über die oberschwäbische Heimat, wo man viel weiß und doch wenig sagt und wo Rotzlöffel, die noch keinen Mofa-Führerschein haben, aber mit PS protzenden Bulldogg-Boliden durch die engen Dorfstraßen bretzeln, wenn sie vom „Meisla“ (Maisernte) kommen. Die Zwei von der Schwankstelle kennen ihr Publikum und sie kennen auch jene Politiker, die sich die Leute gewählt haben und wo man sich „Bild am Sonntag“ eigentlich sparen könnte, weil das Lokalblatt „so spät am Samstag ausgeliefert wird, dass es schon beinahe wieder Sonntag ist.“ Aber natürlich halten sie dem Lokalblatt die Treue und den Lokalpolitikern auch, selbst wenn der CDU-Fürst daselbst heftigst gegen die Biber wettert – und das im Kreis Biberach.

 

 

„Du sollst nicht langweilen“ heißt bekanntlich das erste Gebot der Bühnenschaffenden – nicht bloß in Oberschwaben. Wanni und Wegges befolgten diese Grundregel gleichermaßen geflissentlich wie konsequent, auch wenn der humoristische Tiefgang bei einem Typ wie Kevin der Untiefe weicht („Du schausch ist bloß aus wie a Depp, du hoisch au so“) und manche Handwerkerwitze eher gewöhnungsbedürftig klingen.

 

 

Doch das waren – sintemalen bei einem Drei-Stunden-Programm – mehr als verzeihliche Ausreißer, das mit der genialen Polizisten-Comedy einen Höhepunkt setzte. Der Frust der Grünberockten über den Landesvater, der ihnen den VW-Transporter und den VW-Passat genommen und dafür die C-Klasse verordnet hatte, war nachvollziehbar: „Danke Kretschmann! Du bleib no in Laiz!“

 

 

Er wird wohl noch eine Zeitlang seinem Heimatort fernbleiben der Ministerpräsident und man wäre am Freitagabend auch im „Adler“ noch gerne länger geblieben als die sowieso satten drei Stunden. Nicht zuletzt wegen den Zahnarzt-Nummer, wo sich die junge Helferin im knapp bemessenen String die Amalgam-Füllung stets aus der untersten Schublade holen muss oder auch wegen der „Carmen“-Vorstellung der beiden Protagonisten („Wenn i it scho an Wolf am Arsch hätte, dann jetzt“ ) in der Oper. Es hat sich keiner einen Wolf gesessen im „Adler.“ Doch der Warnhinweis wegen Zwerchfell-Überbelastung wäre wirklich angebracht gewesen. Aber i schreib do nix.

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